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Donnerstag, 10 November 2016 00:00

Was sind Stalaktiten?

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Stalaktiten und Stalagmiten in einer Tropfsteinhöhle Stalaktiten und Stalagmiten in einer Tropfsteinhöhle ©Daylight Photo - fotolia.com

Wieder so ein schwieriges Wort: Stalaktiten. Doch was sind Stalaktiten und wie entstehen sie?

Wenn Du Dich für die Entstehungsgeschichte der Erde und somit für Geologie interessierst, dann wirst Du irgenwann auf den Begriff Stalaktit treffen. Stalaktit ist ein schwieriger Begriff, der sich von dem altgriechischen Fremdwort "στάλαγμα" ableitet, was so viel wie Tropfen bedeutet. Und tatsächlich haben Stalaktiten etwas mit Tropfen zu tun.

entstehung-eines-stalaktitenDoch ich möchte Dir nun erst einmal erklären, was Stalaktiten (Mehrzahl von Stalagtit) sind: Stalaktiten sind sogenannte Tropfsteine, welche von den Decken gleichnamiger Tropfsteinhöhlen hängen. Diese eiszapfenartigen Gebilde enstehen im Laufe vieler hundert oder sogar tausenden von Jahren.
Wenn in einer Höhle ständig kalkhaltiges Wasser von der Decke tropft und das immer wieder an der gleichen Stelle, dann lagern sich mit der Zeit die im Wasser gelösten Minerale, auch Calzide genannt, ab. Damit das passieren kann, muss das Wasser zusätzlich Kohlensäure enthalten, um die Minerale aus dem Wasser zu lösen.
Zuerst entsteht ein ringförmiges tropfengroßes Gebilde, welches Sinterröhrchen genannt wird. Das Sinterröhrchen ist innen hohl, wie ein Strohhalm (siehe Foto rechts). Aus diesem Sinterröhrchen tropft dann das Wasser heraus. Da sich an der Innenwand des Sinterröhrchens ebenfalls Calzid absetzt, wird die Öffnung immer enger. Somit beginnt das Wasser an der Aussenseite des Sinterröhrchens abzulaufen.
Nun setzen sich die Minerale auch an der Außenseite des Sinterröhrchens ab. Mit der Zeit wird das Röhrchen immer dicker und immer länger - ein Stalaktit entsteht.

Der Stalagmit ist das Gegenstück des Stalaktiten

Wenn das Wasser vom Stalaktiten abtropft, dann enthält es noch genügend Minerale, um weitere Stalaktiten zu bilden. Das passiert auch, wenn das Wasser auf festen Boden unter dem Stalaktiten tropft. An dieser Stelle wird sich im Laufe von vielen vielen Jahren ebenfalls ein Stalaktit bilden.
Doch aufgepasst: Wenn sich so ein Gebilde am Boden unter dem Stalaktiten bildet, dann spricht man nicht mehr von einem Stalaktiten, sondern von einem Stalagmiten. Stalagmiten sind also das "passende" Gegenstück des Stalaktiten.
Stalagmiten sind meist nicht so schlank und eiszapfenförmig wie Stalaktiten, sondern eher gedrungene und rundliche Gebilde.

Wenn genügend Zeit vergeht, dann kann es passieren, dass der Stalaktit und der Stalagmit aufeinandertreffen, sich also berühren. Das passiert häufiger, wenn die Höhle nicht sehr hoch ist. Wenn sich Stalaktit und Stalagmit sozusagen vereinigen, dann spricht man von einem Stalagnat. Es entsteht also eine Tropfsteinsäule.

Wie lang kann ein Stalaktit werden?

Stalaktiten können nicht unendlich lang werden. Zum einen begrenzt die Höhe der Decke in einer Tropfsteinhöhle seine Länge.
Wenn die Decke der Höhle sehr sehr hoch ist, dann können Stalaktiten eine beachtliche Länge erreichen. Wie lang er wird, hängt auch davon ab, wie solide der Stalaktit mit der Decke verbunden ist. Denn irgendwann wird er so schwer, dass er von der Decke abreißt und am Boden zerbricht. laengster-tropfstein-europasEs sei denn, er verbindet sich mit einem darunter befindlichen Stalagmiten, dann entsteht der oben genannte Stalagnat.
In Europa gibt es eine ganze Anzahl beeindruckender Tropfsteinhöhlen, die auch offen zugänglich sind. Der längste in Europa entdeckte Stalaktit hat eine beachtliche Länge von 7,30 Meter. Er befindet sich in der Doolin Höhle in Irland.
Der längste Tropfstein Europas misst stolze 38 Meter und ist 2 Meter dick (Foto rechts). Dieser gewaltige Stalagnat befindet sich in der Tropfsteinhöhle Grotta di Ispinigoli in Italien.
Man kann diese Gebilde natürlich auch besichtigen.

Foto Sintergebilde: von Herzi Pinki - (eigenes Werk) lizensiert unter CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Foto längster Tropfstein Europas: Von SehLax - Eigenes Werk, lizensiert unter CC BY 2.5 via Wikimedia Commons

Gelesen 427 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 10 November 2016 19:36

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