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Freitag, 29 Juli 2016 00:00

Was waren Kreuzzüge?

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Eroberung Jerusalems - Zeichnung Eroberung Jerusalems - Zeichnung Quelle: wikimedia.org

Wenn Du in der Geschichte mehrere Jahrhunderte zurückblickst, dann stößt Du irgendwann auf die Zeit der großen Kreuzzüge. Was es mit den Kreuzzügen auf sich hat, erfährst Du hier.

Glaubenskrieg zwischen Christen und Muslime war Auslöser der Kreuzzüge

Auslöser der sogenannten "Kreuzzüge" waren Glaubensunterschiede zwischen der Religion der Christen und des Islam. Während Europa bereits zur Zeit der Spätantike (etwa im 7. Jahrhundert) vorwiegend christlich geprägt war, entstand zu dieser Zeit im Raum des damaligen Orients, z.B Saudi Arabien, die Religion des Islam. Der islamische Glaube fand immer mehr Verbreitung und gelangte auch bald in ehemalige Gebiete der Römischen Provinzen Europas und Asiens.
Menschen in diesen Regionen folgten aber bis dahin dem Christentum.
Die heilige Stadt Jerusalem (befindet sich in Israel)wurde ab dem Jahre 638 vom muslimischen Glauben beherrscht. Dadurch entstand ein Glaubenskrieg zwischen den Christen, die das "Heilige Land" ebenfalls für sich beanspruchten, und den aufstrebenden Muslimen, die für sich natürlich den selben Anspruch erhoben.
Der Islam konnte aber nicht aufgehalten werden und drang wenig später sogar bis nach Spanien, Portugal und Südfrankreich vor. Die Konflikte, die damit zwangsläufig verbunden waren, wurde der Haupt-Auslöser für die Kreuzzüge, die allerdings erst über 300 Jahre später stattfanden.

Beginn der Kreuzzüge

Der erste Kreuzzug fand im Jahre 1096 n.Chr. statt. Dieser Kreuzzug wird auch Bauernkreuzzug genannt, weil vorwiegend Bauern und deren Angehörige, aber auch Kreuzfahrer, Kreuzritter und Angehörige des niederen Adels Richtung Jerusalem zogen, um die "heiligen Stätten" vom Islam zu befreien. Aufgerufen dazu hatte der damalige Papst Urban II.
Auf dem Weg dieser wütenden Menge nach Jerusalem fanden zahlreiche in Europa lebende Juden den Tod.
Nachdem das erste Heer der Kreuzfahrer seine erste Schlacht gegen die türkischen Seldschuken verlor und dabei viele Leute einbüßte, kam wenig später Nachschub an Kreuzfahrern. Dieses neue Heer mit über 60 Tausend Mann zog nun in Richtung Jerusalem, um das heilige Land von den Muslimen zu befreien.

Das Heer zog über den Bosporus (Meerenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer) und durch Palästina, auf dessen Weg es zu zahlreichen Verbrechen gegen die dort lebenden Menschen kam. Trotzdem erreichte das inzwischen stark geschwächte Kreuzfahrerheer im Juni 1099 die Stadt Jerusalem und eroberte sie nach einer fünfwöchigen Belagerung.
Auch dabei kam es zu grausamen Verbrechen der Kreuzfahrer an Muslimen, Juden und auch an Christen, die damals dort in der Stadt lebten.

Im Jahre 1100 riefen die Christen das Königreich Jerusalem aus und die muslimische Herrschaft Jerusalems war vorerst gebrochen.

Weitere Kreuzzüge folgten

Nach dem ersten Kreuzzug folgten bis ins 13. Jahrhundert hinein noch zahlreiche weitere kriegerische Eroberungen unter dem Namen "Kreuzzüge", wobei nach heutigen Erkenntnissen lediglich sechs weitere Eroberungen als "echte" Kreuzzüge eingeordnet werden. Dabei waren nicht alle Kreuzzüge gegen den muslimischen Glauben gerichtet, sondern Kreuzzüge fanden zum Beispiel auch auch gegen politische Gegner des Papstes, gegen Ketzer oder andere in Ungnade gefallenen Menschengruppen statt.

Der zweite Kreuzzug fand zwischen 1147 und 1149 statt, der dritte Kreuzzug zwischen 1189 und 1192, nachdem Sultan Saladin die Stadt Jerusalem im Jahre 1187 zurückeroberte.
Dieser Kreuzzug stand unter der Führung von drei europäischen Staatsoberhäuptern: Friedrich I.- genannt Barbarossa, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Philipp II. König von Frankreich, sowie Richard Löwenherz, dem König von England.

Der siebente und somit der letzte Kreuzzug fand im Jahr 1270 statt.
Doch kein Kreuzzug und auch kein Krieg findet nur aus rein religiösen Gründen statt, sondern es spielt immer auch Geld und Macht eine Rolle. Viele Adlige versprachen sich nämlich den Gewinn neuer Ländereien, was auch mit der wachsenden Bevölkerungszahl in Europa im Hochmittelalter zusammenhing. Zudem sahen viele Kreuzfahrer die Möglichkeit, im Orient ein besseres Leben zu finden.

Kreuzzüge brachten Fortschritt nach Europa

Obwohl die Kreuzzüge von Geschichtswissenschaftlern sehr negativ bewertet werden und großes Leid über viele Menschen brachten, haben sie doch eine große Bedeutung für die Entwicklung in Europa. Denn die Kreuzfahrer brachten damals unbekannte Elemente der orientalischen Kultur und Wissenschaft nach Europa. So zum Beispiel die arabischen Zahlen, die wir auch heute noch verwenden, oder auch einige wichtige Errungenschaften in der Medizin.

Der Begriff "Kreuzzug" selbst entstand übrigens erst im 13. Jahrhundert. Die meisten Kreuzzüge wurden zeitgenössisch als "(bewaffnete) Pilgerfahrten" oder "(bewaffnete) Wallfahrten" bezeichnet. Eng verbunden mit dem Begriff der "Kreuzzüge" stehen die sogenannten "Kreuzritter", zu denen ihr hier bald mehr erfahren könnt.
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