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Mittwoch, 02 September 2015 14:43

Was war Preußen?

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Preußen von 1866 - 1918 Preußen von 1866 - 1918 Karte: „Deutsches Reich (Karte) Preußen“ von David Liuzzo, recoloured by Ulamm 21:11, 5 March 2008 (UTC) - Image:Deutsches Reich (Karte) Preußen.svg, based upon map data of the IEG-Maps project by Andreas Kunz, B. Johnen and Joachim Robert Moeschl

Die Bayern machen es sich heute ganz einfach: Sie sagen scherzhaft, dass alles was über dem "Weißwurschtäquator" liegt,  Preußen ist. Doch so einfach ist es natürlich nicht. Hier erfährst Du, was Preußen einst war.

Preußen war einst ein Land im Nordosten Deutschlands. Vom frühen 18. bis ins 20. Jahrhundert hinein gehörte es zu den wichtigsten Großmächten, sowohl in Europa, als auch in Deutschland.

Das Land Preußen entstand aus der Mark Brandenburg, die im Spätmittelalter unter die Herrschaft des Adelsgeschlechts "Hohenzollern" fiel. Unter der Führung Friedrich I. von Brandenburg begann eine Jahrhunderte andauernde Herrschaftsgeschichte, die sehr eng mit der Geschichte von ganz Deutschland verknüpft ist.

kroenungskrone friedrich1 Im Jahre 1701 wurde das Königreich Preußen, das in seiner Form bis 1918 existierte, gegründet. (Foto rechts: Krönungskrone Friedrich I. von 1701)
Unter königlicher Führung von Friedrich Wilhelm I. wurde Preußens Militär aufgestockt, sowie seine Verwaltung modernisiert. So gewann das Königreich allmählich Anerkennung in Europa. Friedrich Wilhelms Sohn, genannt Friedrich II., führte Preußen endgültig zum Status einer Großmacht. Im Jahre 1740 bestieg er als König den Thron. In seiner Macht als Preußischer König erhob er direkt Anspruch auf das zu Österreich gehörende Schlesien, was zur Folge hatte, dass ein lange währender Konflikt zwischen den Ländern Preußen und Österreich entbrannte. Schließlich waren sowohl Österreich, als auch Preußen, um die Vorherrschaft in Deutschland bemüht.

Nach der französischen Revolution (1789-1799) und dem Aufstieg Napoleons I. zum Alleinherrscher in Frankreich, kam es zu einem Krieg, aus welchem Preußen nicht als Sieger hervorging. Preußen verlor fast die Hälfte seines Landes, wurde zu hohen Entschädigungszahlen gezwungen und fiel unter französische Besatzung. Damit war es zunächst einmal geschehen um Preußens Großmachtstellung in Europa.

Unter dem Begriff "Preußische Reformen" wurde ab 1806 damit begonnen, eine grundlegende Modernisierung Preußens durchzuführen. Unter anderem wurden das Bildungssystem und das Heer modernisiert, sowie die Leibeigenschaft der Bauern abgeschafft.

Als Folge der sogenannten "Befreiungskriege" von 1813-1815 erhielt Preußen viele verlorene Gebiete zurück, und erhielt sogar neue Gebiete im Westen Deutschlands dazu. Von nun an bestand das Land aus zwei geografisch voneinander getrennten Gebieten.

Am 18. Januar 1871 wurde der preußische König Wilhelm I. zum ersten deutschen Kaiser gekrönt. Das Kaiserreich stand nun, da Österreich endgültig nicht mehr zu Deutschland zählte, enorm unter preußischem Einfluss.

In der Weimarer Republik, die auf das Kaiserreich folgte, wurde aus dem ehemaligen Königreich Preußen ein demokratischer Freistaat. Nur wenige Jahre später kamen die Nationalsozialisten an die Macht und beraubten die Länder ihrer Eigenständigkeit, wodurch die sogenannten "Gaue" entstanden. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 endete Preußens Existenz. Im Jahre 1947 wurde dies in einem Gesetz niedergeschrieben.

In Preußen herrschte damals, gerade beim Militär, eine strenge Erziehung, Ordnung und strengster Gehorsam, sodass noch heute das ehemalige Land Preußen mit diesen Tugenden in Verbindung gebracht wird.

Übrigens geht die Farbe der Trikots von deutschen Nationalmannschaften im Mannschaftssport auf die preußischen Landesfarben schwarz und weiß zurück.

Foto Königskrone: „Replica of Crown of Wilhelm II 002“ von Gryffindor - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Gelesen 1043 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 Januar 2016 20:59
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