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Freitag, 05 August 2016 08:56

Was ist Faschismus?

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Das Fascis (Rutenaxt im Römischen Reich) Das Fascis (Rutenaxt im Römischen Reich)

Immer wieder taucht in Geschichtsberichten der jüngeren Vergangenheit das Wort Faschismus auf. Doch was versteht man unter Faschismus und wo kommt dieser Begriff her?

Faschismus ist ein negativ geprägter Begriff, denn Faschismus steht für Unrecht, Gewalt und Unterdrückung. Faschismus ist dabei eine Bezeichnung für die Politik eines Staates, also wie die Verwaltung eines Staates aufgebaut ist, wie das Staatsoberhaupt sein Amt ausführt und wie zum Beispiel gegen politische Gegner des Staates vorgegangen wird.

Ein wesentliches Merkmal des Faschismus ist das besonders aggressive Vorgehen gegen politische Gegner. Gegner des Faschismus sind vor allem Menschen mit demokratischer und kommunistischer Überzeugung. Hinzu kommt ein regelrechter Kult um das Staatsoberhaupt eines faschistischen Staates, auch Führerkult genannt. In einem faschistisch geprägten Staat wird das Staatsoberhaupt verehrt wie ein Gott, überall gibt es Bilder und Statuen von ihm. Hinzu kommt, dass der Führer immer Recht hat und es darf keine Kritik an seiner Meinung laut geäußert werden. Wenn es doch jemand öffentlich wagt, ihn zu kritisieren, dann kann es sein, dass diese Person eingesperrt und hingerichtet, also getötet wird.

Deshalb gibt es im Faschismus ein Einparteiensystem, das heißt, es gibt nur eine Regierungspartei, die sagt, was Recht und Gesetz ist.
 Im Faschismus wurde und wird das vermeintliche "Wohl" der Bevölkerung über das Wohl des Einzelnen gestellt. Das Recht des einzelnen Bürgers ist enorm eingeschränkt, wenn nicht sogar völlig außer Kraft gesetzt.
Weitere Merkmale des Faschismus sind Rassismus, also die Unterdrückung von Menschen mit andere Hautfarbe oder fremder Herkunft und die Bereitschaft, die Macht mit Gewalt durchzusetzen.  Der Führungsstil des Staatsoberhauptes gleicht einer Diktatur.

Was bedeutet das Wort Faschismus und wo kommt es her?

Das Wort Faschismus leitet sich von dem lateinischen Begriff "fascis" ab. Fascis war eine im alten Rom verwendete Axt, die mit Ruten ummantelt war (große Abbildung oben). Diese Fascis war das Amtssymbol der höchsten Politiker des Römischen Reiches und wurde von deren Amtsdienern als Zeichen der Treue getragen. Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff fascis als revolutionäre Kraft der italienischen Arbeiterbewegung verwendet. "Fascis" sollte damit die gebündelte Kraft der Arbeiterbewegung zum Ausgruck bringen. Daraus entstand wiederum der Begriff Fascismo, welcher ab dem Jahre 1900 als Symbol der italienischen revolutionären Arbeiterbewegung galt.

Was war der erste faschistische Staat?

Der italienische Diktator Benito Mussolini (1883-1945) (auf dem unteren Foto links) nannte seine 1919 gegründete politische Bewegung "Fasci italiani di combattimento", was auf deutsch "Italienischer Kampfverband" bedeutet. In Anlehnung an das Römische Weltreich der Antike, dessen Symbol ja diese Fascis war, verwendete er das Wort Fascis in seiner politischen Bewegung und symbolisierte damit, dass bedingungsloser Gehorsam für seine Politik galt. Wenn jemand nicht seine Meinung teilte, so sollte es demjenigen schlecht ergehen. Mussolinis Meinung wurde also jedem aufgezwungen und notfalls mit Waffengewalt durchgesetzt. Deshalb war die Abbildung dieser Fascis auch das Symbol für Mussolinis Herrschaft.

Somit verlieh er der Axt mit dem Rutenbündel eine völlig neue Bedeutung. Mit Hilfe von Gewalt gegen politische Gegner, offene Gewalt auf den Straßen Italiens und nicht zuletzt dem berühmten Marsch auf Rom zwang Mussolini den italienischen König dazu, ihn zum „Duce“ (zu deutsch "Führer") Italiens zu ernennen. Mussolini gilt also als Begründer des Faschismus.  Italien war somit ab 1925 der erste faschistisch geprägte Staat und existierte in seiner Form bis in den Zweiten Weltkrieg hinein.

Weitere faschistische Staaten

mussolini-und-hitlerEin großer Bewunderer Mussolinis und seiner Politik war Adolf Hitler (auf dem Foto rechts). Hitler baute ab 1933 mit seiner NSDAP (Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei) ein ähnliches Staatsgebilde unter noch extremerem Terror in Deutschland auf, das sogenannte "Dritte Reich". Die Diktatur der Nationalsozialisten in Deutschland gilt als eine der schlimmsten und grausamsten Zeiten der jüngeren Geschichte. (Nationalsozialisten werden verkürzt als "Nazis" bezeichnet)
Die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten führte unmittelbar zum Zweiten Weltkrieg, einem Krieg, in welchem unzählige Menschen ermordet wurden. Diese Morde wurden von den Nazis durch ihre menschenverachtende faschistische Ideologie als notwendig erachtet und somit von ihnen gerechtfertigt.

Neben den faschistischen Diktaturen in Deutschland und Italien gab es auch in anderen Staaten, wie zum Beispiel in Japan von 1926 bis 1945, ähnliche Herrschaften unter allgemein als "faschistisch" bezeichneten Bedingungen.

Auch wenn sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach 1945 glücklicherweise keine faschistischen Gruppierungen an die Spitze von Staaten setzen konnten, gibt es auch heutzutage leider noch immer Menschen, die faschistischen Vorstellungen haben und solchen Ideologien folgen.

Es gibt aber auch heute noch Staaten, welche teilweise faschistische Strukturen haben, wo es einen Führerkult gibt und wo das Volk in seiner politischen Meinung unterdrückt wird. Dazu zählt zum Beispiel das Land Nordkorea in Asien. Solche Länder bezeichnen ihre Politik aber nicht als faschistisch sondern kommunistisch. (siehe auch "Was war die DDR")

Gelesen 463 mal Letzte Änderung am Montag, 08 August 2016 15:25

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